Archiv der Kategorie 'AKZO-Texte'

Kuhschweiz, Köppel, Kapitalismus

Ein Artikel für die Zeitung vorwärts, April 2016

Die SVP inszeniert sich gerne als Opposition und als einzig legitime Vertreterin des «Volkswillens». Doch welche Politik betreibt die Partei tatsächlich? Und welche Mittel setzt sie für ihre Zwecke ein? Eine Analyse.


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Anleitung für eine Welt ohne Rassismus

An der Anti-Rassismus-Demo am 28.2.15 in Zürich haben wir ein Büchlein mit dem – zugegebenermassen etwas vollmundigen – Titel „Anleitung für eine Welt ohne Rassismus“ verteilt. Hier gibt es das zum Download als pdf. Viel Erfolg!

Anleitung Titelblatt

Faltblatt: Was ist „Antimuslimischer Rassismus“?

Faltblatt als PDF

PEGIDA, „Kopftuchdebatte“, Andreas Thiel, Minarett- und Burkaverbot – Schon länger ist „der Islam“ Thema politischer Debatten, in der Schweiz wie überall in Europa. Vor allem rechte Kreise haben ihn als das vermeintlich „Fremde“ oder eine „Bedrohung“ erkannt und debattieren über Massnahmen und Umgang.
Manchmal wird in diesem Zusammenhang – natürlich vor allem in der Linken – von „Fremdenfeindlichkeit“ oder gar „Rassismus“ gesprochen. Allerdings – so unsere These – gelten solche Reden und Taten nur als rassistisch, weil sie sich vor allem gegen „AusländerInnen“ zu richten scheinen. Wir aber sind der Meinung, dass es nicht drauf ankommt, ob es sich bei MuslimInnen um AusländerInnen oder SchweizerInnen handelt, sondern dass die Mechanismen der antimuslimischen Hetze an sich schon rassistisch sind.
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Überall stinkt’s nach Kuhscheisse!

Dies ist ein Diskussionsbeitrag zur Ecopop-Debatte. „Diskussionsbeitrag“ deshalb, weil wir einige Punkte ansprechen wollen, die unserer Meinung nach wichtig sind, wir aber nicht den Anspruch erheben wollen, sie abschliessend zu klären.

Informative Texte zu Ecopop findest du im Antidot, #18.

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Von „Europas Herz der Finsternis“ zu einem einig Volk von AntirassistInnen?
Die Ecopop-Initiative, über die Ende November abgestimmt wird, ist zutiefst reaktionär. Mit der Absicht, Umweltprobleme als Probleme der Migration und „Überbevölkerung“ darzustellen und den vorgeschlagenen Massnahmen ist sie rassistisch, sexistisch und neokolonial, aber überhaupt nicht ökologisch. Klar ist man da als fortschrittlich eingestellter Mensch dagegen! Aber ebenfalls reibt man sich die Augen beim Anblick dieser Einheitsfront von Economiesuisse über Bundesrat bis hin zu Gewerkschaften und Hilfswerken, welche sich hier im vermeintlichen Kampf gegen Ecopop zusammenfindet. Was ist passiert? Wird die Schweiz von „Europas Herz der Finsternis“ zu einem einig Volk von AntirassistInnen?
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Spread Love – Smash the Camps!

Ein Flyer zur Abstimmung über die Asylgesetzverschärfung und zur Aktion „Smash the Camps“:

Das Asylgesetz soll verschärft werden. Klar, das finden wir scheisse. Trotzdem stehen wir dem Referendum kritisch gegenüber, da es, selbst wenn es an der Urne erfolgreich sein sollte, lediglich den Status Quo zementiert. Wieso reicht ein Nein am 9. Juni nicht?
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1. Mai: Kapitalismus abschaffen!

1. Mai 2011:

9 Uhr – KAFFeeÄktschn, Treff- und Sammelpunkt für alle aus dem Hinterland, Wetzikon Bahnhof

danach gemeinsam an die Demo in Zürich, Besammlung Lagerstrasse

ab 12 Uhr – Revolutionärer Treff auf dem Kanzleiareal in Zürich, diskutieren, informieren, handeln


Alles muss man selber machen!


Tagtäglich einer Arbeit nachgehen, die ankotzt, dennoch auf’s Maul sitzen, aus Angst den Job zu verlieren, 100% arbeiten und es reicht doch nirgends hin, sich an drei Arbeitsstellen gleichzeitig abrackern, um die Miete bezahlen zu können, die Realität ausknipsen und die Reichen und Schönen am Fernseher beneiden, sexy sein müssen, den Drang nach einem erfüllten Leben im Shoppingcenter ersticken, ohne Aufenthaltsbewilligung ein Leben in ständiger Angst führen, Depressionen, Burnouts, Selbstmorde… – Alltag.

Dieser Alltag wird nicht immer hingenommen. Wenn Menschen sich nicht mehr damit zufrieden geben, nur ein Rädchen im Getriebe zu sein und gemeinsam für ihre Bedürfnisse kämpfen, kann die Normalität durchbrochen werden und Träume werden greifbar. Doch nichts wird uns geschenkt, wir müssen dafür kämpfen, denn die Interessen der Herrschenden stehen im Widerspruch zu den unsrigen.

Es gibt sie, die Beispiele von Menschen, die sich wehren, die auch in der heutigen Zeit zu kämpfen wagen. Und nicht vergebens! Ein Beispiel aus der Schweiz sind die Arbeiter der SBB Cargo in Bellinzona. 2008 hatte die Geschäftsleitung entschieden, dass sie alle ihren Job verlieren würden. Doch anstatt den Bossen zu glauben, dass es keine andere Lösung als die Schliessung des Werkes gäbe, begannen die Arbeiter zu streiken und besetzten die Fabrikhalle. Wo sonst die Maschinen dröhnten, diskutierten nun die Arbeiter und organisierten ihren Widerstand. An den Demonstrationen solidarisierten sich Tausende und unterstützten die Streikenden, sei es mit Geld, mit dem Kochen eines Mittagessens, oder schlicht indem sie ihnen Mut zum Durchhalten machten. Das Ergebnis des Kampfes war, dass sie ihre Forderungen zumindest teilweise durchsetzen konnten und niemand entlassen wurde. Es war ein Kampf aus der Defensive heraus, der darauf abzielte die Angriffe von oben abzuwehren. Es fehlte zwar die Möglichkeit und der Wille für eine tiefgreifende Umwälzung und doch durchbrachen die Arbeiter in Bellinzona ihre Isolation und schufen ein Bewusstsein dafür, dass Widerstand möglich ist. Sie schufen ein Beispiel, wie wir uns wehren können. Ein Beispiel unter vielen…

Das Entscheidende wird sein, dass wir unsere defensive Position verlassen können. Wie schnell es gehen kann, zeigen die Aufstände in der arabischen Welt. Von kleineren Protesten und Verzweiflungstaten einzelner entwickelte die Wut der Menschen eine nicht erwartete Dynamik. Autoritäre Regimes mit ihren Armeen und Polizeiapparaten wurden von grossen Teilen der Bevölkerung herausgefordert. Ein Funke der Hoffnung entfachte ein Feuer der Wut, das sich rasend schnell bis vor die Paläste der Herrschenden ausbreitete. Noch vor einem Jahr wäre dieses Ereignis als utopische Träumerei abgetan worden!

Auch wenn viele uns seit Jahren einreden wollen, wir sollen ruhig sein, man könne sowieso nichts ändern und uns ginge es doch gut, gibt es sehr wohl Menschen, die ihre Unterdrückung erkennen und dagegen kämpfen, es gibt sie die Kämpfe, im Kleinen wie im Grossen. Und wir können aus ihren Erfahrungen lernen: es bewegt sich nur was, wenn wir uns gemeinsam wehren, sei das nun in der Fabrik, in der Schule, auf der Strasse oder anderswo. Der 1. Mai ist ein Tag, an dem viele verschiedene Kämpfe zusammenkommen, wir uns austauschen und vernetzen können. Ein Kampftag, an dem wir allein in Zürich Tausende sein werden! Ein Kampftag, an dem wir mit anderen Menschen auf der ganzen Welt auf die Strassen strömen.

Statt die Faust im Sack zu machen, lasst uns den Widerstand auf die Strassen tragen!
Heraus zum 1. Mai!