Allgemein

Thodoris Iliopoulos in Griechenland im Hungerstreik

Text von: http://ch.indymedia.org/de/2009/08/70841.shtml

Wie es sein sollte, der Dezemberaufstand gebar und entfaltete Gedanken, erschuf und beendete Beziehungen, zerstörte Konsumgüter, verdammte und dämmte dominante Strukturen ein. Dieser Weg, wenngleich hoffnungsvoll und erfrischend, hat seinen Preis. Denen, der der Atem genommen und deren Augen durch Chemikalien verbrannt wurden, die Tausenden, die verhaftet wurden, die Hunderten, die inhaftiert wurden, die unbekannte Zahl von „einfach verschwundenen“ MigrantInnen, sind diejenigen, die nun diesen Preis tragen zu tragen haben.

Thodoris Iliopoulos ist ein Anarchist und der letzte Gefangene des Aufstands im Dezember in Griechenland, der in Untersuchungshaft sitzt. Nach sieben Monaten kämpft er immer noch mit der Rache des Staates und seiner Institutionen. Am 10. Juli 2009 ist er in einen Hungerstreik getreten. Verhaftet wurde er am 18. Dezember 2008 in der Akadimias-Strasse in Athen während einer großen Aktion der Riotcops in Folge des Aufstands.
Seit dem 22. Dezember befindet er sich im Knast Korydalos, aufgrund der Anschuldigung drei Verbrechen begangen zu haben, für die es aber nur ZeugInnen auf Seiten der Bullen gibt. Thodoris weist alle Anschuldigungen gegen sich zurück und hat eine Kampagne initiiert, welche seine Unschuld beweisen soll.
Am 8. Juli wurde sein Antrag auf Entlassung bis zum Prozess von einer höheren justiziellen Instanz abgewiesen, da er ein Anarchist sei und deswegen die Demokratie verletzt hätte und weiterhin eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen würde. Gleichzeitig wurden sechs weitere Monate Untersuchungshaft angeordnet, daraufhin entschied er sich in den Hungerstreik zu treten.
In Solidarität mit Thodoris trat der Gefangene Nicos Tsouvalakis ebenfalls in einen Hungerstreik, um die Freilassung von Thodoris zu fordern und im Protest gegen die entmenschlichenden Bedingungen im Knast. Zusätzlich erklärten die Inhaftierten im Flügel Eins des Knastes Korydalos, dass sie von Montag, 13. Juli an das Essen, welches der Knast ausgibt, verweigert wollen.

Ein Brief vom Thodoros aus dem Knast vom 9. Juli

Heute, 9. Juli 2009

Am 8. Juli, nach sechseinhalb Monaten im Knast, wo ich gelandet bin nach den Vorfällen im Dezember, beschuldigt für Dinge, die ich nie gemacht habe, hat das Gericht für mindere Delikte die Ausweitung meiner Untersuchungshaft bestimmt.

Das ist die einzigste Gerichtsentscheidung, welche die Ausweitung einer Inhaftierung für die Ereignisse von Dezember, angeordnet hat. Zu einem Zeitpunkt, wo jede andere Person, die sich in Untersuchungshaft aufgrund des Dezemberaufstands befand (mit den gleichen oder anderen Anschuldigungen), bereits entlassen wurde.

Die Entscheidung offenbart persönliche Befangenheit und Hass mir gegenüber. Gefühle, die sich nicht rechtfertigen oder erklären lassen und eine Entscheidung, die voreingenommen, unfair und automatisch illegal ist, so wie jede Inhaftierung.

Konfrontiert mit dem Hass gegen mich, gegen das unfaire Urteil, das ich absitzen muss in jedem Fall, gegen die dickköpfige Weigerung der RichterInnen und Staatsanwaltschaft die wahren Fakten und die Wahrheit in meinem Fall zu sehen, gegen die offensichtliche und beispiellose Vorurteilhaftigkeit, habe ich keine andere Waffe, um zu kämpfen, als mit meinem Körper.

Ich werde in den Hungerstreik treten. Dies ist das einzigste Mittel, welches mir als Gefangener bleibt, um die Wahrheit herauszuschreien und die Ungerechtigkeit und Voreingenommenheit der Mechanismen der „Gerechtigkeit“ zu denunzieren. Um die Willkür und die Gewalt der blinden „Justiz“ und ihrer eben so blinden DienerInnen bloßzustellen.

Ab Freitag, 10. Juli, werde ich keine Nahrung zu mir nehmen und der Knastleitung eine Hungerstreikerklärung zukommen lassen.

Diejenigen, die die Ereignisse vom Dezember erlebt haben, diejenigen, die die Gewalt dieser Mechanismen erfahren haben, diejenigen, die die Härte der Knastzellen erlebt haben – mit oder ohne Gefängnisstrafe – diejenigen, die wissen, dass der einzigsten Weg zur Freiheit der Widerstand ist, diejenigen, die auf die juristische Willkür und dessen Horror reagieren, sind diejenigen, die mich verstehen und an meiner Seite stehen werden.

Ich danke diesen im Voraus.
Thodoris Iliopoulos
Korydalos Prison, Athens

Unterschreibt die Petition!

Interview mit Thodoros Iliopoulos

Weitere Informationen

Edit: Aktionstag für Thodoris am 24. August! (Aufruf)

Mili tanzt doch – Break the Silence

gefunden auf Indymedia:

rock the park – break the silence

mit einer sauvage im stadtpark uster und anschliessender demo haben wir die erdrückende stille im zürcher oberland durchbrochen und ein kleines stück freiraum geschaffen.

Um die 50-70 Leute versammelten sich gestern Abend, Samstag 27.6.09 um 21.00 Uhr beim Stadtpark Uster. Mit Transpi, Soundwagen, Bar und Spielen haben wir uns den Raum genommen, der uns zusteht, um zu zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, die Ruhe im stillen Zürcher Oberland zu durchbrechen. Nach sinnlosen Diskussionen mit vermeintlich verständnisvollen Jugendarbeiterinnen und Hausmeistern wurde schnell klar, dass sie uns und unsere Anliegen keinen Raum lassen wollen. Ihre einzige Antwort auf Selbstorganisation und Kreativität – fernab von Kommerz – ist Repression. Alles, was den täglichen Trott der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen stört, was nicht kontrolliert, normiert und integriert werden kann, wird mit Gewalt niedergemacht.
Um 22.30 kam schliesslich unser Freund und Helfer mit süssem Schäferhund vorbei: Die Polizei. In ihrer autoritären Beschränktheit sahen sie keine andere Möglichkeit als sinnlose Gesetze durchzusetzen (auf dem Areal darf mensch sich nach 10 Uhr nicht mehr aufhalten, nur noch vorbeilaufen). Sie befahlen uns, ruhig und geordnet zu verschwinden.
Als Antwort formierten wir uns um 23.00 mit Transparent, Soundwagen und Megafon zu einer Demo und zogen laut und kämpferisch durch die Ustermer Innenstadt. Am Megafon wurden reden gehalten: Sie politische Elite in Uster (unter anderem auch die Sozialdemokratie) tolleriert Neo-Nazi Konzerte in unmittelbarer Nähe von sog. Asylzentren während wir uns nach 15 Minuten in Luft auflösen sollten. Lautstark forderten wir autonomen Freiraum.
Am Bahnhof beendeten wir die demonstration selbstbestimmt.

BREAK THE SILENCE!

Wir kommen wieder!

Folgende Flugblätter wurden verteilt:

Break the Silence!
Die Stille durchbrechen!

die ganze woche besteht für uns aus schuften und öden schulstunden. für wen? für die NORM, für die da oben. jeden tag früh ins bett, damit wir am nächsten morgen wieder bereit sind. und dann die ganze scheisse von neuem. für wen? für die DA OBEN, für die norm!
wo bleibt die zeit, der ort, die möglichkeit um das zu machen, was WIR wollen? wo können wir das verwirklichen was UNS am herzen liegt?
am wochenende?

die fahrt nach zureich ins oberflächliche spassparadies bleibt unausweichlich. überfüllte partys: preise, die einem das geld, das man unter der woche erschuftet hat, im nu wieder aus den taschen ziehen. rein kommt oft nur wer DEN pass hat, den der security-hampelmann am eingang sehen will. ah du kommst aus dem balkan? nein sorry, es sind schon zu viele leute drin. und wer nicht der NORM entspricht und nicht 12 schichten MAKE-UP aufgetragen hat oder sonst irgendwie im style daneben liegt kommt natürlich auch nicht rein. und wenn du es doch mal hinein geschafft hast, muss schnell etwas konsumiert werden. entweder angepasst, normiert, konsumorientiert oder AUSGESCHLOSSEN!

ausserhalb von zureich ist die jugend stets im zentrum……..wenn es darum geht etwas in den langweiligen regionalzeitungen zu berichten. vandalen hier, sprayer da, drogen, gewalt, alkohol bla bla bla… in den käffern gibt es NICHTS. zumindest nicht für die jungen. dort wo sie sich ihren raum selbst nehmen, sei es schlicht ein schulhof, ein dorfplatz werden überwachungskameras installiert, werden ihnen polizisten, private „sicherheits“-firmen und „jugendarbeiter“ auf den hals gehetzt.
Und wenn sich eine gemeinde doch mal fortschrittlich gibt, steht da irgendwo ein schönes „jugendzentrum“. bestimmen, was da die jugend machen soll, tun die jugendarbeiter. eine schöne übung um die jungen unter kontrolle zu haben, zu reglementieren, zu normieren, sie zu integrieren in die faule hierarchie des kapitalismus.

wir brauchen EURE spielregeln nicht!
WIR wollen uns selbst unsere alternative kultur schaffen!
WIR wollen selbst über unsere leben bestimmen.
WIR brauchen keine chefs, keine ausbeuter, kein ausbeutersystem!

FUCK THE SYSTEM!

Break the silence

Liebe Leute

Wir machen heute eine party im stadtpark uster und nehmen uns damit ein kleines stück freiraum. dies, weil wir keinen bock haben auf hohe eintrittspreise, aggressive securitys, konsumzwang, sexismus, ausgrenzung und überwachung, welche uns wochenende für wochenende begegnen. auch wollen wir ein bisschen lärm machen, um die erdrückende stille, welche das zürcher oberland überzieht, zu durchbrechen. und nein, wir haben die polizei nicht gefragt, die stadt nicht informiert und keine jugendarbeiterInnen, die uns betreuen. wir können selbst auf uns aufpassen und brauchen keine autoritäten, welche uns sagen was wir tun und lassen sollen.

wir laden alle ein, vorbeizukommen und ein stück freiraum zu nehmen, heut hier, morgen überall!

Bilder vom 1. Mai 2009 in Zürich

http://www.flickr.com/photos/revmob/

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